Hochwasserschutz für Bonn-Graurheindorf

Graurheindorf und das Hochwasser

 

Die  Lage an einer Wasserstraße bringt Graurheindorf nicht nur Vorzüge: Kehrseite der Medaille ist die ständige Bedrohung durch Überflutungen. Seit jeher lebt man hier mit dem Hochwasser.  Zahlreichen Hochfluten war Graurheindorf schon weitgehend schutzlos ausgeliefert. Einen wirksamen Hochwasserschutz für den Ort hat es bislang nicht gegeben. So blieb und bleibt den Anwohnern nur, sich selbst und ihr Hab und Gut so gut wie möglich auf das Hochwasser vorzubereiten. Gerade bei den regelmäßig betroffenen Alteingesessenen beobachtet man eine gewisse Routine, wenn sich die ersten Vorboten einer möglicherweise nahenden Hochflut zeigen. Unaufgeregte Betriebsamkeit macht sich breit im Ort. Mobile Spundwände werden aus den Schuppen geholt, Sandsäcke bereit gelegt, Generatoren mit Betriebsstoffen bestückt und auf Funktionsfähigkeit überprüft. Gegenüber den Naturgewalten ist man klein und machtlos, das weiß man hier. Der Rest ist Schicksal. Oft hört man zuerst die knatternden Geräusche der Tauchpumpen im Ort. Dann weiß man, dass das Grundwasser begonnen hat, durch die Stampf-Lehmböden in die Keller der alten Häuser zu drücken. Von denen gibt es immer noch viele hier. Noch ist es nicht sicher, dass das Hochwasser kommt - es ist ja auch schon oft gut gegangen - aber rechnen muss man nun damit. 

Seit jeher hofft man hier auf einen Hochwasserschutz, der zukünftig zumindest einen Teil der Fluten vom Ort fern halten soll. Zahllose Eingaben an die städtische Verwaltung und die politischen Gremien hat es in der Vergangenheit gegeben. Allesamt sind wirkungslos verpufft. Erst im Jahr 1997 beginnt die Vorstellung von einem Hochwasserschutz für Graurheindorf mit dem Beschluss des Stadtrats für ein Bonner Hochwasserschutzkonzept Konturen zu bekommen. Inzwischen - es sind seither 22 Jahre vergangen (glücklicherweise ohne Jahrhunderthochwasser) - scheint die Umsetzung des Konzepts in Graurheindorf in Sichtweite.

Extreme Hochwasser-Ereignisse​ in Bonn

  • 1347: "gewaltige Fluten", mit über 14 m anzunehmen.

  • 1784: über 14 m, "Jahrtausend-Hochwasser"

  • 10,20 m am 23.11.1882

  • 10,10 m am 02.01.1926

  • 10.16 m am 30.03.1845

  • 10,13 m am 25.12.1993, "Jahrhundert-Hochwasser"

  • 10,08 m am 30.01.1995, "Jahrhundert-Hochwasser"

  •   9,98 m am 16.01.1920

  •   9,89 m am 06.02.1850

 

  •   9,53 m am 31.12.1882

  •   9,43 m am 19.01.1955

  •   9,42 m am 25.02.1970 und am 30.05.1983

  •   9,40 m am 29.03.1988 und am 26.03.1999

  •   9,31 m am 06.11.1924

 

  •   9,29 m am 01.01.1948

  •   9,28 m am 13.04.1983 ​

  •   9,20 m am 19.02.1844

​​​​

  •   9,02 m am 31.12.1919

Die Auflistung beinhaltet alle Bonner Rheinpegel über 9 m. Allein 13 Fluten haben sich in den letzten 100 Jahren ereignet.

Chronologie des Hochwasserschutzes von 1997 bis 2019

  • 1997: Der Stadtrat beschließt ein Hochwasserschutzkonzept. Hier können Sie das Dokument ansehen.

  • 2001: Die Stadt wird mit der Entwicklung der Studie  ‚Hochwasserschutz in Graurheindorf‘ beauftragt.

  • 2004: Bürgerversammlung, die Stadtverwaltung stellt 3 Varianten zur Umsetzung des Hochwasserschutzkonzeptes als Ergebnis der Studie vor.

  • 2005: Der Hauptausschuss des Stadtrats beschließt die erneute Prüfung der 3 Varianten im Rahmen des Gesamtkonzepts für Graurheindorf und erteilt den Prüfauftrag für eine zusätzliche Variante IV.

  • 2009-2011: Phase der konkreten technischen und finanziellen Planung der 4 Varianten.

  • 2012: Die Bezirksvertretung Bonn beschließt, dass Graurheindorf durch Variante III einen Hochwasserschutz bis 9,50 m bekommen und die Voraussetzung für die Beantragung eines Planfeststellungsverfahrens geschaffen werden soll.

  • 2012: Bürgerversammlung, die Graurheindorfer Bürger stimmen ab. Der Gewinner ist: Variante III.

  • 2013 bis dato: Vorbereitung der Umsetzung des Hochwasserschutzkonzeptes, u. a.: Entwurfsplanung für die Bachumlegung, Landschaftspflegerischer Begleitplan und Förderfähigkeit, Umweltverträglichkeitsprüfung, Flurbereinigungsverfahren, Prüfung der Kostenaufteilung.

  • 2017: Der Entwurfsplan für die Bachumlegung steht. Den Übersichtsplan können Sie hier ansehen.

  • 11.05.2018: Die Stadt stellt den Entwurfsplan den Ortsausschüssen Auerberg und Graurheindorf im Rahmen einer Begehung vor.  Eine Zusammenfassung der geplanten Maßnahmen zum Hochwasserschutz für Graurheindorf veröffentlicht die Stadt über ihr Internetportal für Bürgerbeteiligung bonn-macht-mit.de.

  • 19.10.2018: Der Arbeitskreis Ortsteilplanung (AKO) informiert interessierte Bürger bei einer geführten Wanderung über den Entwurfsplan. Den Artikel über die Veranstaltung im "Blättche" III/2018 können hier online nachlesen. 

  • 11.04.2019 : Bürgerversammlung, die Stadt stellt den aktuellen Stand der Planung zum Hochwasserschutz und die Umlegung des Rheindorfer Bachs vor. mehr...

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